ila

ila sagt Danke und Tschüss.

Als uns die Nachricht vom Tod Fidel Castros erreichte, waren wir uns alle, egal, wie wir zur Entwicklung Cubas und zur Politik Castros stehen, sofort einig, dass Fidel eine ganz besondere Persönlichkeit war, und wir empfanden Trauer über seinen Tod.

Tschüss Fidel!

Während des Layouts dieser ila erreichte uns die Nachricht vom Tod Fidel Castros. Wir waren uns alle, egal, wie wir zur Entwicklung Cubas und zur Politik Castros stehen, sofort einig, dass Fidel eine ganz besondere Persönlichkeit war, und wir empfanden Trauer über seinen Tod.

Die unzähligen Reaktionen aus ganz Lateinamerika zeigen, dass Fidel nicht nur ein beeindruckender Politiker und Mensch war, sondern auch ein Symbol für die Würde Lateinamerikas. Die Unabhängigkeit Cubas und des ganzen Subkontinents gegen die Ansprüche Washingtons zu erringen und zu verteidigen, war das Ziel, das ihn sein ganzes Leben umgetrieben hat.

Auch wenn Fidel Castros Herrschaft durchaus autoritär und repressiv war, hatte er nichts mit den typischen lateinamerikanischen Diktatoren gemein:

– Er hat nie die Interessen einer kleinen ökonomischen Elite vertreten und verteidigt.

– Er hat sich nie im großen Stil bereichert.

– Er hat nie angestrebt, eine Familiendynastie zu errichten.

Dagegen war er von einem ungeheuren Gerechtigkeitssinn angetrieben. Als nach dem Niedergang des realsozialistischen Modells auch in der Kommunistischen Partei Cubas (PCC) grundlegende wirtschaftliche Reformen gefordert wurden, war er nicht grundsätzlich dagegen, hat aber nur solche Reformen akzeptiert, die allen zugute kommen. „Wenn es nicht für alle reicht, machen wir es nicht“, soll einer seiner Kernsätze gewesen sein. Erst nach seinem Rücktritt (vorläufig im Jahr 2006, endgültig 2008) wurden in Cuba wirtschaftliche Veränderungen eingeleitet, die zu einer besseren Versorgungslage, aber auch zu deutlich mehr Ungleichheit geführt haben.

Zur Zeit der Regierung Fidels, und auch nach seinem Rückzug, hatten und haben die CubanerInnen mit die höchste Lebenserwartung auf dem amerikanischen Kontinent, der vielleicht wichtigste Indikator für Lebensqualität. Die BürgerInnen Cubas werden im Durchschnitt etwas älter als US-AmerikanerInnen und deutlich älter als die Menschen in den Nachbarländern Dominikanische Republik und Haiti. Im Unterschied zur USA wird medizinische Versorgung in Cuba als Recht betrachtet, ebenso der Zugang zur Bildung.

Fidel Castro war ein Revolutionär und vollbrachte das ungeheure Kunststück, es ein Leben lang zu bleiben. In den schwierigsten Phasen der jüngeren cubanischen Geschichte (als die USA Anfang der 60er-Jahre die Revolution militärisch liquidieren wollten und nach dem Zusammenbruch des Realsozialismus zu Beginn der 90er-Jahre) hatte er die Energie und die Vision, die CubanerInnen so zu mobilisieren, dass sie die Revolution verteidigen konnten.

Und als er spürte, dass er diese Energie nicht mehr hatte, trat er zurück, wohl wissend, dass es damit Veränderungen geben würde, die er nicht unbedingt wünschte.

Danke Fidel!