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Der Film „Chavela“ ruft die große mexikanische Sängerin Chavela Vargas in Erinnerung

Sie liebte Lieder, Frauen und den Alkohol. Ein Bruch der Rollenerwartung, von dem sie selbst in einer Sequenz sagt, dass er ihr die Herzen von Männern und Frauen gleichermaßen zufliegen ließ.

„Im Dokumentarfilmbereich der Sektion „Panorama Dokumente“ beeindruckte vor allem der Film Chavela (USA 2017) von Catherine Gund und Daresha Kyi, der es auf den zweiten Platz des Panorama Publikumspreises Dokumentarfilm geschafft hat. Die Dokumentation zeichnet ein schönes, stilsicheres und umfassendes Bild des Werdegangs der Ranchera-Sängerin Chavela Vargas. Die Lebensgeschichte der Musikerin, die zeitlebens offen ihre Homosexualität lebte und viele Frauen bekannter Persönlichkeiten verführte, enthält aber auch dunkle, traurige Kapitel. Und der Film erfasst jeden Moment in kluger und offener Weise, indem er Chavela Vargas selbst und ihre Weggefährten, darunter Pedro Almodóvar, der maßgeblich an Vargas‘ Comeback beteiligt war, zu Wort kommen lässt und außerdem die Musikstücke elegant in Szene setzt. Die ZuschauerInnen erhalten durch den Verlauf des Films das Gefühl, die Künstlerin zu kennen, die mit ihrer Stimme und ihrem Pathos ihr Publikum weltweit begeisterte. So soll Dokumentarfilm sein!“ 
aus Momentaufnahmen und Spurensuchen ila 403/März 2017

Doku über Sängerin Chavela Vargas
Ein Bruch der Rollenerwartungen
Sie liebte Lieder, Frauen und den Alkohol: Der Film „Chavela“ ruft die große mexikanische Sängerin Chavela Vargas in Erinnerung.
taz 17.08.2017

„Chavela“. Regie: Catherine Gund, Daresha Kyi. USA 2017, 90 Min.