ila

24. März 1976: Vor 45 Jahren errichtete das Militär in Argentinien eine brutale Diktatur.

Die Regierungen der meisten westlichen Staaten und der Sowjetunion unterhielten beste Beziehungen zur brutalsten Diktatur in der Geschichte Südamerikas. Dabei tat sich besonders die damals von SPD und FDP gestellte deutsche Bundesregierung hervor ...

... Während die US-Regierung unter Präsident Carter 1977 ein Waffenembargo gegen die Junta verhängte, genehmigte man in Bonn mehrere große Rüstungsgeschäfte, durch die bundesdeutsche Unternehmen zu den wichtigsten Waffenlieferanten der Diktatur wurden. Martínez de Hoz wurde bei seinem Besuch in der BRD als guter Freund empfangen und in Sachen Menschenrechte setzte der damalige Bundesaußenminister Genscher auf „stille Diplomatie“. Die war so unglaublich still, dass kein Wort der Kritik zu hören war. Selbst als BundesbürgerInnen wie der Münchener Student Klaus Zieschank oder die Tübinger Soziologin Elisabeth Käsemann „verschwanden“, gab es keine deutlichen Worte der Bundesregierung. Elisabeth Käsemann wurde am 9. März 1977 verschleppt, wenige Tage später entführten die Militärs auch ihre britische Freundin Diana Houston in Buenos Aires. Während die britische Regierung sofort energisch intervenierte, setzte das Auswärtige Amt auch hier auf „stille Diplomatie“. Diana Houston überlebte, Elisabeth Käsemann wurde am 23. Mai 1977, zehn Wochen nach ihrer Verschleppung, ermordet.

Weiterlesen: Massenmord für liberale Wirtschaftspolitik  ila 293 März 2006