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Krise der Linksregierungen in Lateinamerika

ALBA-Kompakt – Gemeinsame Veranstaltungsreihe 
der ESG Köln und der ila

Noch vor wenigen Jahren schien die Linke in Lateinamerika in der Offensive. In der Mehrheit der südamerikanischen und in einigen zentralamerikanischen Ländern hatten Mitte-Links-Koalitionen Wahlen gewonnen und begonnen, Reformen umzusetzen, die fast überall zu einem deutlichen Rückgang der Armut führten. Die De-facto-Staatsstreiche gegen die Regierungen von Mel Zelaya in Honduras (2009)
und Fernando Lugo in Paraguay (2012) waren die ersten Fanale einer Gegenoffensive der traditionellen Machtgruppen. Diese verstärkte sich, als die internationale Nachfrage nach Rohstoffen aus Lateinamerika zurückging und deren Preise sanken. Die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte vielerorts, in einigen Ländern kam es zu einer Rezession, in Venezuela gar zu einer tiefen Wirtschafts- und Versorgungskrise. Infolge der zurückgehenden Staatseinnahmen mussten viele der aufgelegten Sozialprogramme eingeschränkt werden. 2016 gelangte die Rechte in den beiden größten Ländern Südamerikas wieder an die Macht, in Argentinien durch Wahlen, in Brasilien durch ein fragwürdiges Amtsenthebungsverfahrens gegen die sozialdemokratische Präsidentin Dilma Rousseff. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird die aktuelle politische Situation in Lateinamerika und die Perspektive der Linken und sozialen Bewegungen stehen.

Referent: Gert Eisenbürger (Redaktion ila, Bonn)

Kontakt: Klaus Brieskorn (0221/940522-15, klaus.brieskorn@esgkoeln.de)

Montag, 12. Juni 2017 - 20:00
ESG Köln, Bachemer Str. 27, 50931 Köln