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Empfang indigener Gäste aus Peru im Kölner Rathaus

Die Veranstaltung ist öffentlich, wir freuen uns über viele Zuschauer! Danach wird es noch ein Fachgespräch mit interessierten Ratsmitgliedern und Mitgliedern der Stadtverwaltung geben (welches nicht öffentlich ist).

Zum Hintergrund der Veranstaltungen: Robert Guimaraes vertritt als Präsident der regionalen indigenen Organisation FECONAU die Shipibo-Conibo (aus Sta. Clara de Uchunya) in Ucayali, Peru, ebenso Miriam Soria Gonzalez, eine Heilkundige, Kunsthandwerkerin und Interessenvertreterin der Frauen der Shipibo-Conibo. Lyndon Pishagua dagegen ist von den Yanesha aus der Selva Central Perus und Koordinator der indigenen Organisation ARPI, sowohl FECONAU als auch ARPI sind wiederum Mitgliedsverbände des nationalen Verbandes AIDESEP.

Die indigenen Gemeinschaften und Territorien in Peru (wie auch weltweit) sehen sich großem Druck ausgesetzt, so ist z.B. Sta. Clara de Uchunya durch die massive Ausbreitung der Palmölplantagen bedroht. Andererseits sind es auch andere wirtschaftliche Interessen, die den Fortbestand der traditionellen Lebensweise und der Territorien in den Urwäldern gefährden: extraktivistische Industrien (Erdöl- und Erdgasförderung, Goldabbau, Holzfirmen), Großinfrastrukturprojekte zur wirtschaftlichen Erschließung Amazoniens wie IIRSA usw. Hierüber wird auch Herr Pishagua berichten.

Dagegen steht die inzwischen internationale Anerkennung der Bedeutung der Gebiete mit traditioneller indigener Wirtschaftsweise für den Wald-Klimaschutz. So erkennt dies z.B. die Absichtserklärung vom Klimagipfel in New York 2014 zwischen Peru, Norwegen und Deutschland die Bedeutung der indigenen Territorien an und möchte die Titulierung derselben konkret unterstützen, um Ziele wie Null-Netto-Entwaldung bis 2020 zu erreichen. Auch auf den Klimaverhandlungen wie den COPs in Marrakesch und Paris wird der Schutz der indigenen Territorien für den Wald-Klimaschutz gefordert. Das Abkommen von Paris erkennt die Bedeutung traditionellen indigenen Wissens für die Anpassung an und die Mitigation von Klimawandel an. Die letztes Jahr verabschiedeten Social Development Goals beziehen indigene Rechte und Beiträge für die globale, nachhaltige Entwicklung mit ein. Das Klima-Bündnis unterstützt hier gemeinsam mit unserer Organisation INFOE e.V. die Stimmen indigener Völker und Forderungen und Maßnahmen zum Schutz der indigenen Gemeinschaften und Territorien.

Auf diesem Hintergrund entstand bei INFOE die Idee, an Institutionen in der Stadt  heranzutreten, um zum einen Gehör und Verständnis für die indigenen Belange zu erhalten, zum anderen gemeinschaftlich herauszuarbeiten, wie deutsche Städte, Bürgerinnen und Bürger konkreter indigene Gemeinschaften unterstützen können, so wie es auch die internationalen Erklärungen und Abkommen fordern. Über SDG-Mittel der Stadt Köln wird dieses Projekt zu indigenen Territorien und dem deutschen Wald-Klimaschutz gefördert.

Herr Bürgermeister Wolter, der als Klima-Botschafter aus Köln bei der COP in Marrakesch zu Gast war, lud dort spontan die indigenen Repräsentanten zu dem Empfang ein und ermöglichte über die Weihnachtsgesellschaft auch die Teilnahme von Herrn Pishagua. Darüber hinaus fördern Forest Peoples Programme und das Klima-Bündnis die Rundreise.

Wir danken allen UnterstützerInnen sehr herzlich und laden außerdem ein am 9.12.2016 zu dem Workshop "Indigene Territorien und der deutsche Wald-Klimaschutz" an der Uni Bonn in der Abteilung für Altamerikanistik (BASA) von 10-13.00 Uhr.

Donnerstag, 8. Dezember 2016 - 13:00
Rathaus, Köln