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Buchbesprechungen
Am Leben Lasse Alle besprochenen Bücher NRO:Die besseren Eliten? Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen Ent-Deckungen Die mündliche Erzählung und damit die Sprechweise und der Prozess selbst, Vielstimmigkeit, Weltsichten, die sich aus Nachbarschaftstratsch, Seifenopern und Klatschspalten der Tagespresse speisen, sind zentrale Elemente im Werk der puertoricanischen Autorin. Schon der erste Titel des Bandes, Wahre Leidenschaft", zielt auf Erwartungen zwischen Arztroman und Verbrechen aus Passion. Genau dieser Gemengelage, mit der ihr ihre Nachbarin warnend in den Ohren liegt, will sich die Ich-Erzählerin Ana Lydia Vega läßt meistens Frauen sprechen mit einer fluchtähnlichen Besuchsreise bei einer in Frankreich verheirateten Freundin entziehen. Doch das potenzielle Opfer entkommt den Phantasien ihrer Lieblingslektüren, Krimis und Detektivromanen, angesichts der neuen Projektionsflächen erst recht nicht. Die mit Selbstironie gefärbte Komödie endet unerwartet in einer lakonisch mitgeteilten Tragödie. Auch in Trostpreis" verschlägt der mörderische Schluss nach dem mit entlarvender Schadenfreude vorgetragenen Bericht einer geschwätzigen Nachbarin den Atem. Desgleichen regiert Tragikomik in Text für eine Salsa und drei Soneos auf Aufforderung", in der eine angemachte Tussi (sic) unerwartet die Initiative ergreift, oder in Details", wo die ProtagonistInnen in einer köstlichen Parodie auf Slapstickkomödien den Mutmaßungen über Verbechen in der Nachbarwohnung auf den Leim gehen. Ganz andere Töne schlägt Ana Lydia Vega mit Das Stück Wegs" ein, einer Parabel auf einen bevorstehenden Aufstand im Jahre 1868, in der ein gebildeter Mulatte eine adlige Kutschgesellschaft mit für sie unlösbaren Rätseln verschreckt. Kleinod aber ist Miss Florence Truhe. Fragmente eines sentimentalischen Romans". Das Tagebuch einer englischen Gouvernante in Diensten eines Zuckerbarons in Puerto Rico kündet vom Maßstabverlust in einer Welt im Umbruch. Die Suche der Schreiberin nach Sinn und Moral kann auf verschiedenen Ebenen gelesen werden: als Parodie englischer Frauenromane des 19. Jahrhunderts, als Geschichtsschreibung aus weiblicher Sicht und, warum nicht, als Parabel auf die komplizierte Beziehung zwischen Puerto Rico und den USA. Die alle Register ziehende Sprache der Autorin verlangt einem Übersetzer einiges ab Wolfgang Binder hat die Herausforderung hervorragend und mit spürbarem Spaß an der Sache geleistet und damit ein doppeltes Verdienst: Endlich ist eine in Puerto Rico sehr bekannte Autorin bei uns eingeführt. Ana Lydia Vega, Die Leidenschaft der Geschichte und andere leidenschaftliche Geschichten, Herausgegeben, aus dem Spanischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Wolfgang Binder edition 8, Zürich 1999, 36 DM Ich, Reyita Kann es sein, dass es den Schriftstellern nicht gefällt, Romane zu schreiben, in denen Schwarze die Hauptpersonen sind, oder ist es etwas anderes?", fragt Reyita ihre jüngste Tochter Daisy. Reyita, wie María de los Reyes Castillo Bueno genannt wird, lernte schon als kleines Mädchen, dass Schwarzsein Diskriminierung bedeutet. An Reyes, dem Dreikönigstag, war ihr Geburtstag. Aber Geschenke gab es nie für sie, die nicht nur arm, sondern zu allem Unglück auch noch die schwärzeste der Töchter Isabels war. Geboren wurde sie in Cuba am Anfang des 20. Jahrhunderts. An dessen Ende ist sie endlich eine Hauptperson, dank Daisy, der sie ihr Leben erzählt. Eine Familiengeschichte? Oral history? Ein weibliches Pendant zur Biografía de un Cimarrón" von Miguel Barnet, dem 1963 erschienenen klassischen Werk der Testimonial-(Zeugnis-)Literatur? All das und viel mehr. Selbstdarstellungen von Schwarzen, zumal aus der Zeit der Sklaverei, sind selten, in Cuba so gut wie nicht vorhanden. Reyita wundert sich, dass auch nach der cubanischen Revolution nie jemand nachgefragt hat, wie denn ihresgleichen und gerade die Frauen den Gang der Ereignisse erlebten. Sie erinnert sich noch, als eine der Letzten, an die Schilderungen der 1917 verstorbenen Großmutter Tatica: an deren Gefangennahme im heutigen Angola, die Überfahrt, das Sklavinnendasein auf den Zuckerplantagen Cubas. Von ihr lernte sie, dass frau sich wehren muss. Als junges Mädchen suchte Reyita den Kontakt zur Schwarzenbefreiungsbewegung des Jamaikaners Marcus Garvey. Das Gemetzel an den Separatisten der PIC, der Unabhängigen Farbigenpartei, im Jahre 1912 kann sie aus hautnahem Miterleben heraus beschreiben und benennt damit einen bis heute wunden Punkt für das offizielle, auf Rassenintegration bedachte Cuba, den Barnets Biographie vorzieht zu vergessen". In den 50er Jahren trat Reyita der Sozialistischen Volkspartei (Name der cubanischen KP seit Anfang der vierziger Jahre die Red.) bei, denn: Das war alles sehr schön: für die Gleichheit kämpfen, für die Brüderschaft und für die Rechte der Frau." Die Rechtlosigkeit von Schwarzen und von Frauen liegen bei ihr immer eng beieinander. Gegen beide Arten kämpft sie, auch mit Listen der Ohnmacht. So heiratete sie bewusst einen in sie verliebten Weißen, Rubiera, weil es für schwarze Menschen kaum Wahrscheinlichkeiten der Entwicklung gab". Doch ihr Mann enttäuscht sie, will sie ans Haus fesseln. Sie beschließt daher, ihr Leben auf eigene Faust durchzuziehen, auch wenn sie Rubiera zeitlebens nicht verläßt. Neben ihren acht Kindern sorgt sie für 13 weitere, damit auch sie vorwärtskommen. Sie gibt Grundschulunterricht, näht, verkauft Essen über die Straße, richtet zu Hause ein kleines Esslokal ein, schafft sich einen Ruf als heilende Spiritistin und beginnt unentwegt wieder von vorn, wenn ihr Mann mal wieder entscheidet umzuziehen. Reyita gibt die Plackerei nie auf, denn wirtschaftliche Unabhängigkeit ist die einzige Weise, frei zu sein". Als einige ihrer Söhne in der zweiten Hälfte der 50er Jahre in die Bewegung des 26. Juli" Fidel Castros eintreten, deckt Reyita deren illegale Aktivitäten. Nach der Revolution, erfahren wir, ist sie zeitweilig in der Alphabetisierungskampagne aktiv. Doch die relativ chronologische Darstellung bricht hier ab. Wie Reyita beinahe 40 Jahre Castro-Cuba erlebt hat, ist kaum mehr als angedeutet. Die ordnende Hand der Biographin setzt der Authentizität" des Zeugnisses, unterstrichen noch durch die dialogische Textform, Grenzen. Das Testimonio" ist kein historisches Dokument, es kann dieses nur bereichern, Lücken besonders im Hinblick auf weibliche Erfahrung schließen. Wie Barnet mit seinem Cimarrón" die Schwarzen in den Kampf Cubas um die Unabhängigkeit einschrieb, verfolgt auch die Kulturwissenschaftlerin Daisy Castillo eine eigene Absicht. Es war offenbar nicht Zurückhaltung vor dem heiklen Thema Cuba heute, die sie den Lebensweg hat abbrechen lassen. Die Tochter interessiert etwas anderes: das seltsam schillernde Verhältnis des weissen Vaters zur schwarzen Mutter. Das ist legitim und wird von ihr im Nachwort auch gar nicht verheimlicht. Den Versuch, persönliche Wurzeln des Rassismus zu begreifen, startete die Kulturwissenschaftlerin zusammen mit anderen Frauen aus dem Kommunikationsbereich in dem autonomen Projekt Magín". 1996 wurde Magín" nach drei Jahren Arbeit von offizieller Seite desaktiviert". Ist Frauengeschichte wirklich so subversiv? Daisy Rubiera Castillo, Ich, Reyita. Ein kubanisches Leben. Aus dem Spanischen von Max Zeuske, mit einem Nachwort von Michael Zeuske Rotpunktverlag, Zürich 2000, 36 DM
Schritte unter Wasser Nur ein geringer Teil der unter der argentinischen Militärdiktatur (1976-84) Verschleppten hat überlebt. Mindestens 30 000 Menschen blieben für immer verschwunden. Die Eingekerkerten wußten nie, ob Schritte vor der Zellentür nicht ein Abholen in den Tod ankündigten. Umgekehrt war der eigene Bewegungsspielraum bis zum tatsächlichen Geht-nicht-mehr eingeschränkt. Die psychischen wie physischen Beschädigungen der Überlebenden sind kaum beschreibbar. Und für die Täter offenbar nicht aushaltbar: Als die argentinische Autorin Alicia Kozameh 1987, kurz nach der Diktatur, die Originalfassung von Schritte unter Wasser" in Buenos Aires veröffentlichte, erhielt sie Drohungen von der Politischen Polizei, die sie zum zweiten Mal ins Exil trieben. Schreiben ist die wenn auch vorübergehende Bewältigung von Angst", begründete Alicia Kozameh einmal ihre eigene literarische Tätigkeit. So schreibt auch Sara, schwankend zwischen dem distanzaufhebenden Ich und der von sich abstrahierenden dritten Person, die Geschichte ihrer Verhaftung und Gefangenschaft nieder. Aus Erinnerungen, Briefen, Erzählungen Dritter und realen, aus dem Verlies hinausgeschmuggelten Tagebuchaufzeichnungen entsteht so eine Collage, die die Bruchstücke von Leben zusammenträgt, das den gefangenen Frauen geblieben ist. Sara/Alicia beschreibt keine Folterszenen, sondern deren Auswirkungen, die angerichteten Zerstörungen an den Körpern. Die Reduzierung von Menschen auf ihre gemarterten Körperteile spiegelt sich in der zerstückelten Textform, die stetige Wiederkehr der gleichen Qualen ohne Aussicht auf Ende in der chronologisch zirkulären Anordung der Kapitel. Für die Frauen in der Zelle sind sie selbst über Jahre ihre einzigen Bezugspunkte. Der Tod durch unterlassene ärztliche Hilfeleistung an der schwer hepatitiskranken Patricia (der Szene liegt der wirkliche Fall der ermordeten Gefangenen Alicia País zugrunde) ist für die übrigen Frauen im Trakt, wie selbst zu sterben. Als Sara sich nach der Entlassung in den Ehemann einer Mitgefangenen verliebt, ist das wie Selbstverrat, den sie sich schmerzvoll austreiben muss. Die Freundin ist dabei wichtiger als der Geliebte. Die Rückkehr ins Elternhaus am Ende ist, wie schon die erste Kapitelüberschrift ankündigt, nur Eine Art Rückkehr". Die im Titel beschworenen Schritte unter Wasser" weisen auf ein in der Realität kaum mach- und lenkbares Unterfangen hin. Fast kein Kapitelmotto, das nicht aus dem Motivkomplex Fliehen, Fluchten, Laufen, Füße schöpft und Saras/Alicias obsessive Suche aus der Aus-Weg-Losigkeit markiert. Auch Alicia Kozamehs zweiter Roman, 1997 auf deutsch unter dem Titel Straußenbeine" erschienen, spielt darauf an und enthält eine weitere Erklärung für das Bild: Kozameh hatte eine behinderte Schwester, deren Tod sie mit jenem Roman verarbeitet. Die Autorin, die heute in Kalifornien lebt, konnte die Haft überleben, weil sie als linke Aktivistin schon vor dem eigentlichen Putsch gefangen genommen und somit gleichsam legal" registriert wurde. Nach mehr als drei Jahren Kerker kam sie am 24. Dezember 1978 frei. Ihre literarische Vergangenheitsbewältigung rührt Schichten an, die das beklemmende Zeugnis eines einmaligen Erlebnisses zu einer weiblichen Reflexion über die Diktatur macht. Der Roman ist nicht nur ein Denkmal für die toten Frauen und eine Wappnung der (Über-)Lebenden gegen eine Wiederholung, sondern auch unausgesprochen ein weiterhin wichtiger Appell für ein Ende der Straflosigkeit. u Alicia Kozameh, Schritte unter Wasser,
aus dem Spanischen von Erna Pfeiffer Milena Verlag, Wien 1999, |
Am Leben Lassen Die Lebenserinnerungen des "anderen Deutschen" Peter Siemsen von Erich Hackl Der Lebensanfänger" heißt ein Buch, das ungeachtet seiner spartanischen Aufmachung viel verspricht, die Erinnerungen eines anderen Deutschen" nämlich, auf den und die wir anderen Ausländer allemal neugierig sind. Die Bedeutung des Titels erschließt sich gleich zu Beginn, im vorangestellten Zitat Charlie Chaplins: Wir alle sind Anfänger; das Leben ist zu kurz, um es weiter zu bringen." Etwas von der behaupteten Vergeblichkeit schwingt im Ton mit, in dem der Autor, Pieter Siemsen, sein Leben im Rückblick auf acht Jahrzehnte, fünf Herrschaftsformen, drei Lebensgemeinschaften und zwei Kontinente betrachtet. Allerdings ist das keine resignative Rückschau und Siemsen ergeht sich weder in Demut noch in Bescheidenheit. Trotz seiner sechsundachtzig Jahre und seiner körperlichen Hinfälligkeit will er sich mit den Verhältnissen heute nicht abfinden, die ihn frappant an die frühen dreißiger Jahre erinnern, an eine gesellschaftliche Zwischenzeit, in der in Deutschland vieles möglich erschien und die denkbar schlimmste Möglichkeit zur Gewissheit wurde. Der größte Mist ist der Mist der Erfahrungen, die einen Optimisten zum Pessimisten machen." Pieter Siemsen ist kein duldsamer Mensch und er sieht auch keinen Anlass, in seinen Erinnerungen sich selbst zurückzunehmen. Zwar finden sich in der Autobiographie zwei politische Exkurse ein sehr lesenswerter über den Peronismus und ein rosig getrübter über Fidel Castro , aber im wesentlichen bleibt er bei sich und den Begegnungen, verfällt also nicht dem Fehler so vieler Veteranen des Widerstands, die Seite für Seite mit politischen Analysen und historischen Darstellungen füllen, durch die sie dann wie Schemen hasten, und Urteile fällen, wo wir lieber Geschichten gehört hätten. Eine politische Familie Davor hat ihn wohl seine Lebenslust und Lebenssucht bewahrt, aber auch der Einfluss seiner nächsten Vorfahren: Am 17.Juni 1914 in Osnabrück geboren, ist Siemsen in einer Familie aufgewachsen, in der sich Wissensdurst, Glaube an Vernunft und Wille zu gesellschaftlichen Reformen mit literarischem Feingefühl paarten. Sein Onkel Hans Siemsen, Mitarbeiter an Ossietzkys Weltbühne", schrieb berührend zarte Erzählungen über Kinder, Jugendliche und arme Leute, seine Tante Anna eine der drei klügsten Frauen Europas", nach Tucholsky war als sozialistische Pädagogin, Schriftstellerin und Politikerin ebenso bedeutend wie Pieters Vater August; beide gehörten der SPD, dann der USPD an, waren Reichstagsabgeordnete und Mitbegründer der Sozialistischen Arbeiterpartei, ehe sie vor den Nazis ins Schweizer Exil fliehen mussten. August emigrierte weiter nach Argentinien, Hans Siemsen gelang über Frankreich die Flucht in die USA. Als sie wiederkamen, nach Kriegsende, waren ihre Erfahrungen weder im Westen noch in der DDR gefragt. Von ihnen und auch von seiner Mutter Christa, die er dem Geschlecht der Siemsens zuordnet spricht Pieter Siemsen mit großer Wärme. Er sieht sich als halb missratenen Sohn, der das Glück seiner Herkunft nicht zu nützen verstand, vielleicht auch darunter litt, dass von ihm große Dinge erwartet wurden. Ich glaube, ich bin überhaupt nie ganz reif geworden in meinem Leben. Vielmehr gehöre ich zu jenen nicht gerade glücklichen Früchten, die erst zu reifen beginnen, wenn sie bereits am Verwelken sind." Kindheit und Jugend in der Weimarer Republik. Sozialistische Agitation in Jena. Besuch der Karl Marx-Schule in Neukölln. 1933 Flucht in die Schweiz, im Jahr darauf wegen Belastung des Schweizerischen Arbeitsmarktes" ausgewiesen. Arbeits- und Militärdienst in Nazideutschland, Verbindung zu jugendlichen Widerstandskämpfern. Im Oktober 1937 Emigration nach Argentinien, in Buenos Aires publizistische und politische Tätigkeit für das von seinem Vater gegründete und getragene Exilbündnis Das Andere Deutschland". 1952 Rückkehr nach Berlin, 1954 Übersiedlung in die DDR, dort tätig als Redakteur, Spanischlehrer und Übersetzer. Die Politik hat also seine Existenz bestimmt. Trotzdem sind das keine politischen Memoiren, oder nicht nur: Siemsens Erinnerungen drehen sich um die versäumten Gelegenheiten in seinem Leben, die Begebenheiten und Situationen, in denen er falsche Entscheidungen getroffen oder die falschen Entscheidungen anderer widerspruchslos hingenommen hat: Das Schuleschwänzen und Sitzenbleiben in Jena; das Unvermögen, auf Zuwendung und Liebe angemessen zu reagieren; der Schlendrian des jungen Ehemannes im argentinischen Tucumán; der Entschluss, das geliebte Exilland zu verlassen; die hartnäckigen Bemühungen, in die DDR zu gelangen, wo für ihn der rote Stern des Sozialismus" leuchtet; die leichtfertig eingegangene zweite Ehe; der naive Glaube, dann die Gewöhnung an den sogenannten realen Sozialismus, in dem der von seinem Vater tief verachtete preußische Untertanengeist weiterlebt. Ein bitteres, manchmal auch selbstgerechtes Buch. Aber es heischt nicht um Trost oder Lob. Außerdem hat sein Verfasser Sinn für Humor und er ist so aufrichtig, uns die komischen Seiten seines Kampfes gegen Windmühlen oder Riesen nicht vorzuenthalten. So etwa sehen wir ihn am 1.Mai 1953 in Westberlin, wo er mit vier anderen Remigranten aus Argentinien hinter einem Transparent hergeht, auf dem steht: Wir bitten um Aufnahme in die DDR!" Oder wir hören neun Jahre früher, in einem Standesamt irgendwo in Uruguay, wo er Lene Laub ehelicht, seinen Vater Goethes Wanderers Nachtlied" rezitieren, auf ausdrücklichen Wunsch des Bräutigams, und es scheint uns, wie der befremdet schweigenden Hochzeitsgesellschaft, dass das Gedicht dem Anlass nicht ganz entspricht: ...warte nur, balde ruhest du auch." Oder wir folgen Pieter Siemsen, in Buenos Aires, in den Garten der Familie Meffert, die es nicht übers Herz bringt, einen für den Kochtopf bestimmten Enterich zu schlachten, worauf der hilfsbereite Besucher zur Hacke greift und dafür als herzloser Mörder hingestellt wird. Oder wir sehen Pieter, wieder in Berlin, hektisch nach einer ostdeutschen Ehepartnerin suchen, die es ihm ermöglichen würde, sich endlich in der DDR niederzulassen, und da hat er in einer Laubenkolonie eine junge Kriegerwitwe gefunden, die im Westteil der Stadt anschaffen geht, und er hält ihr, wie einst der Ritter von der traurigen Gestalt seiner angehimmelten Magd, große Vorträge über die verlogene Moral der gehobenen Stände und das findet die Dulcinea von Berlin einfach dufte", aber dann wird doch nicht geheiratet. Nicht komisch, eher traurig ist hingegen die Anekdote von der zweiten Ehe, die durch eine Heiratsannonce zustande kommt traurig nicht deshalb, weil die frisch Vermählten schon auf dem Standesamt zu streiten beginnen und auf getrennten Wegen in die gemeinsame Wohnung zurückkehren, sondern weil das Kind aus dieser Beziehung, ein Junge, mit einundzwanzig Jahren Selbstmord begeht, und mehr als dies erfährt man nicht als LeserIn: Ein hoffnungsvoller junger Mann, voller Illusionen, der die Diskrepanz zwischen Schein und Wirklichkeit im Dasein nicht ertragen konnte." Exil in Argentinien Glanzstücke des Lebensanfängers" sind die Kapitel über das Exilland Argentinien. Abgesehen davon, dass sie wichtige Informationen für alle bergen, die sich für die antifaschistischen Aktivitäten deutscher und österreichischer Exilierter interessieren, lesen sie sich über weite Strecken wie Skizzen zu einem Bildungsroman Siemsen lässt die LeserInnen teilhaben an den Erkundungen eines jungen, noch biegsamen, aufgeschlossenen Menschen in einer neuen Gesellschaft, in die er eintaucht, trunken fast von Eindrücken, Gerüchen, Empfindungen. Es ist, als hätte er in Argentinien, und da unter den einfachen Menschen, seine Seelenlandschaft und seine Seelenverwandten gefunden; möglich aber auch, dass er die Station seiner Verbannung unter dem Eindruck späterer Enttäuschungen besonders positiv wahrnimmt. Sympathisch ist Siemsens überschwängliches Lob für den Maler und Grafiker Carl Meffert, der sich Clément Moreau nannte und heute, zu Unrecht, halb in Vergessenheit geraten ist. Es versteht sich für Pieter Siemsen fast von selbst, dass er gleich auch der ganzen Familie insbesondere Mefferts Frau Nelli und der Tochter Tina mit großer Zuneigung gedenkt. Es ist ja ein hervorragender Wesenszug des Autors, die Angehörigen der von ihm mit Freundschaft bedachten Menschen ebenfalls als Freunde anzusehen eine seltene Tugend in unserer Welt. Nicht minder wertvoll wie sein Eintreten für die Familie Meffert ist Siemsens Würdigung der deutschen Pastorin Annemarie Rübens, die gezwungen war, nach Südamerika zu fliehen, nachdem sie öffentlich gegen die Nazityrannei gepredigt hatte. Vor mir liegt die Mitschrift einer ihrer Predigten vom April 1933, in der sie die Flut des Hasses gegen die Volksgenossen, die frei sind von nationaler Leidenschaft, und gegen unsere jüdischen Volksgenossen" anprangert. In der uruguayischen Ortschaft Colonia Valdense erwarb Rübens Rübchen", für ihre FreundInnen 1936 ein Landgut, in dem die Flüchtlinge aus Europa, vor allem die Kinder, herzlich aufgenommen wurden. Jahrzehnte später, unter der Militärdiktatur, waren es die Kinder politischer Gefangener, die hier Zuflucht und Zuwendung fanden. Wegen ihres humanitären Eintretens für die Verfolgten wurde Rübens ein zweites Mal ins Exil gezwungen diesmal in das Land ihrer Herkunft, nach Deutschland, wo sie, hochbetagt, 1991 gestorben ist. Enttäuschung DDR Nelli Meffert hat Argentinien einmal als ihr Heimwehland" bezeichnet und mir scheint, das Wort passt auch zu Siemsens Empfinden. Sein Leben in der DDR beschreibt er jedenfalls viel weniger anschaulich, vielfach mit dem Gestus des Enttäuschten, hinters Licht Geführten, und zwar von Anfang an. War er denn mit Blindheit geschlagen? So leicht darf man es sich bei der Beurteilung seiner Entscheidung nicht machen. Als einer, der sich dem anderen Deutschland" verpflichtet fühlte, wollte er zurück, zumal ich als Familienvater in Argentinien gescheitert war, und beruflich sah ich auch wenig Perspektiven". Blieb also nur die Wahl zwischen BRD und DDR. Zwei Jahre pendelte Siemsen zwischen Osnabrück und Berlin. Je mehr ich mich im Westen umsah, Neues zu entdecken, neues Denken, neue Bewegung, neue Horizonte, umso mehr musste ich feststellen, dass alles beim Alten geblieben war. Die gleichen Bürger, die gleichen Kleinbürger, die gleichen Spießbürger, die gleiche Arbeiterschaft, die gleichen Mentalitäten, die gleiche Kirche, die gleiche Gesellschaft, die gleiche Unbelehrbarkeit, wie ich sie schon aus Zeiten der Weimarer Republik kannte." Vielleicht musste die DDR einem überzeugten Sozialisten tatsächlich als verheißungsvoll erscheinen, ungeachtet aller negativen Erscheinungen, die ihm nicht entgingen. In Siemsens Erinnerungen hält der erste deutsche Arbeiter- und Bauernstaat" freilich nur in einem Punkt der Kritik stand: im privaten Glück. Die Liebe zu Lilly Heyde, seiner dritten Frau, versöhnt ihn zwar nicht mit der DDR, in der er diese Liebe gefunden hat, verhilft dem Leser aber zu einer in Absicht wie Darstellung rührenden Hommage an eine tapfere Frau. Im Juni 1958, als er Lilly zum ersten Mal traf, war Pieter Siemsen immerhin schon einundvierzig Jahre alt. Und doch scheint die Beziehung zwischen ihnen durch die Worte bestimmt, mit denen das Mädchen Judith dem halbwüchsigen Heinrich, in Gottfried Kellers Roman, begegnet war: Ich liebe in Dir den Mann, der Du einmal sein wirst." Von Siemsens Versäumnissen war schon die Rede; eines dieser Versäumnisse, die ihn jetzt, im hohen Alter, schmerzen, betrifft seinen Schwiegervater, zu dessen Verabschiedung er nicht erschienen war. Insgeheim hatte er sich um die Grabrede drücken wollen. Pieter Siemsen heute: Aber ist es im Grunde nicht egal, ob man am Grabe eines Menschen noch ein paar Worte sagt, die er doch nicht mehr hören kann? Wichtig ist, dass man ihn im Leben würdigt. Muss einer denn immer erst tot sein, damit man ihn am Leben lässt?" Sein Wort in meinem Ohr. |
NRO: Die besseren Eliten ? Ein kritisches Buch zu Nichtregierungsorganisationen von Werner Rätz Als Bewegungsersatz werden sie oft gesehen, die Nichtregierungsorganisationen NRO und zwar im doppelten Sinne: Die einen sehen sie als Ersatz an in Zeiten, in denen keine Bewegungskonjunktur herrscht, als treuhänderische Verwalterinnen vergangener Kämpfe in der Flaute sozusagen. Andere nehmen sie eher als Konkurrentinnen der Bewegung wahr, deren Anliegen und Aufgabe es ist, tatsächliche Kämpfe in geregeltes und handhabbares Lobbytreiben zu überführen. Wer eine genaue Vorstellung davon haben wolle, was Möglichkeiten und Funktion von NRO seien, so beharrt Uli Brand, müsse nicht nur diese selbst und ihre Praxis betrachten. Vielmehr bedarf es einer Klärung, wie, in welchem Rahmen, kann überhaupt und findet tatsächlich Politik statt? Und auch die Ausleuchtung der von NRO bearbeiteten Politikfelder gehört engstens dazu: Wie sind die Themen strukturiert, welche Widersprüche existieren, welche anderen Akteure sind aktiv, welche Interessen tangiert? Um dies leisten zu können, müssen schließlich die verschiedenen sozialwissenschaftlichen Konzepte skizziert werden, mit denen versucht wird, Politikabläufe verstehbar zu machen und zu systematisieren. Es erwartet die Leserin/den Leser also eine sozialwissenschaftlich fundierte es handelt sich bei der Arbeit um Brands Dissertation Reise vom Abstrakten zum Konkreten, für die ein gewisses Stehvermögen Voraussetzung und eine minimale Kenntnis des wissenschaftlichen Stils nützlich ist. In einem ersten umfassenden Kapitel geht Brand der Frage nach, was denn überhaupt unter Nichtregierungsorganisationen verstanden werden muss. Dabei erweist sich seine auch im weiteren Verlauf der Untersuchung beibehaltene Methode, den Stand der wissenschaftlichen Diskussion erst darzustellen und dann zu bewerten, als ausgesprochen hilfreich. Es wird die mit dem Komplex NRO Vertrauten nicht überraschen, dass im abschließenden Fazit ein einheitlicher NRO-Begriff zurückgewiesen und von einer empirisch feststellbare(n) Vielfalt und Heterogenität" (S.60) gesprochen wird. Um verstehen zu können, wie NRO in ihren jeweiligen Politikfeldern sehr unterschiedlich mitwirken, untersucht Brand nun die Strukturveränderungen kapitalistischer Vergesellschaftung, die heute unter dem Modewort Globalisierung diskutiert werden, die wiederum nur vor dem Hintergrund veränderter Staatlichkeit diskutierbar sind" (S. 63). Ohne eine materialistische Vorstellung vom Staat als politischem Akteur, der zwar keinesfalls neutral und die verschiedenen Interessen vermittelnd handelt, aber auch nicht einfach Agentur des Kapitals ist, können weder NRO ihr Handeln bewusst gestalten noch Wissenschaft dieses begreifen. NRO sind im Rahmen des erweiterten Staates Teil der Kämpfe um politische Hegemonie und tragen wesentlich zur gesellschaftlichen Kompromissfindung und Konsensbildung bei (S.122); sie befinden sich häufig in der Rolle der Co-Eliten" (S.126ff). Es folgt eine ausführliche Erörterung der globalen Umweltpolitik, die als nicht eindeutig bestimm- und abgrenzbares, widersprüchliches Politikfeld gezeichnet wird. Brand konstatiert, dass NRO wegen ihrer inhaltlichen Expertise hier breite Einwirkungsmöglichkeiten haben, obwohl Staaten wie immer in der internationalen Politik die entscheidenden Akteure bleiben. An der Frage der biologischen Vielfalt wird dies nun im Einzelnen durchbuchstabiert. Der Problemaufriss zeigt die Schwierigkeiten, einen kohärenten Zugang zu finden: Je nachdem, welches Interesse, welche Beteiligten zum Ausgangspunkt gewählt werden, kommen völlig unterschiedliche, widersprüchliche Wahrnehmungen dabei heraus. Entsprechend zersplittert und scheinbar zufällig waren die Regulierungsversuche in den letzten 30 Jahren. Es wird detailliert gezeigt, wie NRO versuchten, auf den verschiedenen Ebenen und innerhalb der jeweiligen Handlungsstränge Einfluss zu nehmen. Das war nicht erfolglos, folgt aber tendenziell dem Muster, dass Erfolge um so wahrscheinlicher und weitergehender waren, je näher die NRO-Positionen sich von vornherein an den Regulierungsinteressen anderer mächtiger Akteure (Staaten, Industrie, jüngere UNO-Initiativen) befanden. Der weniger große Erfolg kritischer NRO hat auch damit zu tun, dass NRO ... ein integraler Bestandteil des sich herausbildenden Netzwerkes internationaler Regulation (sind). Darin kann Kritik geäußert werden an verschiedenen Aspekten der gegenwärtigen Restrukturierung ja sie ist sogar von dominanten Akteuren erwünscht. Ob der heterogene Politiktyp NRO bzw. Teile davon Träger alternativer Gesellschaftsvorstellungen sein können, ist gerade angesichts der dominanten Verhältnisse nicht zu beantworten. Aber das macht es keineswegs überflüssig, die Frage danach zu stellen. Ulrich Brand, Nichtregierungsorganisationen, Staat und ökologische Krise. Konturen kritischer NRO- Forschung. Das Beispiel der biologischen Vielfalt, Münster (Westfälisches Dampfboot) 2000, 292 S., 39,80 DM |
Gegen Gleichgültigkeit und Vergessen Ein wichtiges Buch über die Folgen der Diktatur in Chile von Ruth Schlette Gäbe es Beatriz Brinkmanns Untersuchung über die Straflosigkeit (impunidad) in Chile auf Deutsch, so fügte sie sich nahezu unvermittelt in die Auseinandersetzung über Gedächtnis und Erinnerung ein, die seit Martin Walsers wohlkalkulierter Paulskirchen-Rede und seit der Ausstellung Vernichtungskrieg Verbrechen der Wehrmacht" die Nachfahren der Kriegs- und Vorkriegsgeneration in Deutschland erneut entzweit. Auch hier fragen sich viele: Wie ging, wie geht die Gesellschaft mit der individuellen und kollektiven Erinnerung um? Zählt es wirklich, ob Eltern, Großeltern, Urgroßeltern TäterInnen waren oder Opfer, ProfiteureInnen oder hilflose ZuschauerInnen, DenunziantInnen, MitläuferInnen oder stille HeldInnen? Kann man Versöhnung mit Schweigen erkaufen? Die parallele Auseinandersetzung mit der zeitlich näher liegenden Willkürherrschaft in der DDR und die Frage nach Verantwortung und Gerechtigkeit für die dort geschehenen Verbrechen trägt das ihre zu diesem alten Diskurs bei. Auch wenn viele sich hier wie dort für den Schlußstrich" einsetzen es wird ihn nicht geben. Für Beatriz Brinkmann, als Tochter deutscher Einwanderer in Chile geboren und aufgewachsen, wurde der Militärputsch vom 11. September 1973 zur lebensbestimmenden Zäsur. Fortan setzte sie sich in Deutschland, wo sie in den siebziger Jahren studierte und akademische Grade erwarb (M.A. und Dr. phil.), wie in ihrem Heimatland für die Menschenrechte und für die Aufklärung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Ihr Widerstand brachte ihr Gefängnis und Folter ein. Seit der Rückkehr Chiles zur Demokratie vor nunmehr elf Jahren hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, den in der Öffentlichkeit nahezu vergessenen überlebenden Opfern der Diktatur beizustehen. Mit ständig geringer werdenden Mitteln bietet das Zentrum für mentale Gesundheit und Menschenrechte" (CINTRAS), in dem sie arbeitet, den der Folter und der Haft Entronnenen, zurückgekehrten Flüchtlingen und Angehörigen von Verschwundenen und Ermordeten psychologische und psychosoziale Hilfe an. Beatriz Brinkmann weiß, wovon sie spricht, wenn sie für die Wiederherstellung der Würde der Opfer kämpft. Die in Chile im Jahr 1988 von den Militärs verordnete Amnestie für die Verbrechen der Ordnungskräfte blieb auch unter den demokratisch legitimierten Übergangsregierungen in Geltung. Nicht wenige ChilenInnen sehen heute in der Straflosigkeit ein zentrales Element der Versöhnung einer gespaltenen Bevölkerung. So befand die Tageszeitung La Nación" noch im September 1999, die Forderung nach Aufklärung der Verbrechen und Bestrafung sei ein Anschlag auf den sozialen Frieden und verhindere die Wiederherstellung der Wahrheit (S. 192 in dem hier vorgestellten Buch). Es ist das Verdienst dieser Studie, die verheerenden Folgen der Straffreiheit für Gesellschaft, Politik, Moral aufgedeckt zu haben. Im heutigen Chile bleibt ein erheblicher Sektor der Gesellschaft nämlich die Angehörigen der Streitkräfte, die in Verbrechen gegen die Menschlichkeit verstrickt waren dem Arm der Gerechtigkeit entzogen. Justicia: Nada más, pero nada menos" fordern die Angehörigen der Verschwundenen und Hingerichteten bis heute. Nicht um Rache geht es der Vereinigung der Angehörigen der Verschwundenen" (AFDD), deren beispiellosen Kampf zur Verteidigung der Menschenrechte seit 26 Jahren Brinkmann hervorhebt, sondern um Gerechtigkeit: nicht mehr, aber nicht weniger". Solange die Täter straflos bleiben, solange verhüllt die Gerechtigkeit ihr Gesicht. Beatriz Brinkmann hat für ihr schmales Buch eine Fülle von Informationen ausgewertet. Unter dem Leitthema der Straffreiheit stellt sie die geschichtliche, soziale und mentale Entwicklung Chiles zwischen 1973 und 1999 dar. Die LeserInnen erhalten einen Überblick, der vom Schock des Militärputsches bis zu den Auswirkungen der Verhaftung Pinochets 1998 in London reicht. Sie erfahren von Widerstand und Verfolgung, von den Problemen der Demokratisierung im Schatten der niemals entmachteten Streitkräfte, der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Die Einbeziehung von Regierungsdokumenten, Gesetzen und Verordnungen, Verfassungsvorschlägen, Manifesten und Arbeitspapieren nationaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen, im Verein mit einer nüchternen, klaren, unpathetischen Sprache, verleiht der Studie Authentizität und Überzeugungskraft. Dies ist ein weit über Chile hinausreichendes Plädoyer für das Offenhalten der Erinnerung. Beatriz Brinkmann, Itinerario de la impunidad: Chile 19731999, Un desafío a la dignidad, Santiago, Chile: CINTRAS, 1999; 218 S. Kontakt: cintras@entelchile.ne Diese Besprechung ist zuerst in der Zeitschrift Orientierung in Zürich (Nr. 11, 15. Juni 2000) erschienen. |