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aus Bolivien / ila 244

Dichte soziale Netze, 
auch über Grenzen hinweg
Wie Boliviens Arme überleben
von Peter Strack

„Als ich in Peru war, habe ich mich stets unsicher gefühlt. In Bolivien war das ganz anders.
 Trotz der allgegenwärtigen Armut wirkte alles entspannter und weniger aggressiv.“ Dieser Eindruck eines Reisenden ist keineswegs untypisch. Obwohl Bolivien nach seinen Wirtschaftsdaten das ärmste Land Südamerikas ist und obwohl im Zuge der neoliberalen Sparpolitik der letzten 15 Jahre hunderttausende Jobs im öffentlichen Sektor, im Bergbau oder der verarbeitenden Industrie wegfielen, scheint es den BolivianerInnen immer noch zu gelingen, den Verfall ihres Gemeinwesens zu verhindern und irgendwie über die Runden zu kommen. Funktionierende soziale Netze garantieren das Überleben, auch wenn die Bedingungen dafür hammerhart sind.

Zuckerrohr- und Sojaplantagen, Textil- und Speiseölfabriken in der Tieflandmetropole Santa Cruz; auf dem Wasser nach Brasilien treibende Edelhölzer im Amazonasdepartement Pando; reihenweise teure Jeeps am Prado und Villen an den Rändern von Cochabamba; hypermoderne Supermärkte und Nobelboutiquen im Süden von La Paz… Ist Bolivien wirklich der sprichwörtliche Bettler auf goldenem Thron?

Auf der anderen Seite zerlumpt durch die Straßen laufende Menschen. Und waren es vor zehn Jahren wenige hundert, spricht man heute von mehreren tausend Straßenkindern. 63 Prozent der Bevölkerung leben laut Angaben des UNDP unter der Armutsgrenze. In den ländlichen Regionen sind es 69 Prozent der Bevölkerung in absoluter, weitere 26 Prozent in relativer Armut. Zwei Drittel der Familien dort schlafen in einem einzigen Zimmer, 86 Prozent verfügen über keine sanitären Anlagen. Zwischen 11 und 16 Prozent der Bauernkinder sterben vor Erreichen des zweiten Lebensjahres.

Gleichwohl ist Armut ein relativer Begriff: Nur 62 Prozent der Landbevölkerung und 39 Prozent der Menschen in den Städten bezeichnen sich selbst als arm. In den Städten wird angesichts ostentativen Luxus einiger weniger der Mangel jedoch härter erlebt. So empfinden sich 21 Prozent der Bevölkerung der oberen Einkommensgruppen, berichtet der UNDP, selbst als arm: „Es lässt aufhorchen, dass sich so viele Menschen in einer Gesellschaft für arm halten, deren kultureller und sozialer Reichtum so groß ist“, heißt es im Jahresbericht 2000.

Zu diesem Reichtum zählt das UNDP die dichten nachbarschaftlichen Netze, mit denen unzählige Alltagsprobleme gelöst werden, und deren Lebendigkeit und Stärke die bolivianische Regierung zum Beispiel im vergangenen Jahr beim Cochabambiner Wasserkrieg zu spüren bekam, als keine der etablierten Organisationen mehr funktionierte. 90 Prozent der Bevölkerung auf dem Land, 47 Prozent in der Stadt geben an, ein vertrauensvolles oder freundschaftliches Verhältnis zu ihren Nachbarn zu haben. Nur 10 Prozent auf dem Land und 49 Prozent in der Stadt belassen es beim Gruß.

Die bolivianische Gesellschaft, so das UNDP, sei auch nicht ohne die Religion, die damit verbundenen vielen Feste, die Vielfalt der Tänze und musikalischen Ausdrucksformen zu verstehen. Bedeutsam auch verschiedene traditionelle Formen gegenseitiger Hilfe etwa für den Hausbau, bei Ernte und Aussaat oder das Patenschaftssystem: Mit dessen Hilfe feiern selbst arme Familien rauschende Hochzeiten. Ein Pate für die Torte, ein anderer für die Musik oder gar den Kauf des Ehebettes... Gleichzeitig werden so längerfristige Netze der Solidarität geknüpft, die oft auch noch aufrecht erhalten oder neu geschaffen werden, wenn die Betroffenen auf Dauer nach Argentinien, Brasilien, Spanien oder in die USA (siehe Kasten) emigriert sind. 

Offiziell sind allein in Argentinien 200 000 bolivianische MigrantInnen registriert. Von weiteren 500 000 „Illegalen“ in Argentinien ist die Rede, insgesamt über 8 Prozent der derzeitigen Bevölkerung Boliviens. Mindestens weitere 150 000 BolivianerInnen sollen in Chile leben. Die zweitgrößte spanischsprachige Kolonie in der US-Hauptstadt Washington ist die bolivianische. Und nach Miami gehen von Santa Cruz aus mehr Flüge als in die offizielle bolivianische Hauptstadt Sucre.

Hinterhofwirtschaft statt Fabriken

Die Emigration zeigt aber auch: Die materiellen Bedürfnisse drängen und rangieren, wie auch Zahlen des UNDP zeigen, bei 70 Prozent der Bevölkerung als Priorität, weit vor der Wahrung der Identität oder dem Interesse an politischer Beteiligung. Nur ein Drittel der Bevölkerung wünscht sich politische Beteiligung, nicht einmal 28 Prozent nennen als Ziel, in ihrer Eigenart respektiert werden zu wollen. Gerade einmal umgerechnet 130 DM ist der gesetzliche Mindestlohn. Die Regierung hat ihn in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gesteigert. Doch schon die Miete eines Zimmers kostet je nach Gegend zwischen 40 und 80 Mark, der Liter Milch umgerechnet eine Mark. Trotz minimaler Löhne – die oft nicht einmal gezahlt werden – sind im vergangenen Jahr schätzungsweise 150 000 Angestellte und ArbeiterInnen des privaten und öffentlichen Sektors entlassen worden. So verwandeln sich die meisten zwangsläufig in ÜberlebenskünstlerInnen: Kleinhandel, Schmuggel (vgl. „Mit dem Bummelzug durch den informellen Sektor“ in dieser ila), Koka-Anbau…

Der Anteil der Frauen an der erwerbstätigen Bevölkerung steigt rapide, vor allem im Textilsektor, der mit den niedrigeren Löhnen für Frauen konkurrenzfähig bleiben will. Diese Konkurrenz sind neben dem Altkleidermarkt („ropa americana“ oder „ropa europea“), der in Cochabamba ganze Straßenzüge beherrscht, kleine Hinterhofklitschen. Hier fertigen Zigtausende in Familienbetrieben „Markenkleidung“ à la Reebok, Adidas, Nautica oder Tommy Hilfiger. Ganze Druckereien leben von gefälschten Etiketten. An der bolivianisch-chilenischen Grenze kann man schon für 30 Mark eine „Nike“-Wind- und Regenjacke erstehen. Ein Teil der Produktion geht nach Chile und wird erneut nach Bolivien re-importiert, um in den Geschäften im Zentrum von La Paz oder Cochabamba für ein Vielfaches des Preises einen markenbewussten Kunden zu finden.

Omars Charme und Marios Traum

Mindestens 600 000 Kinder sollen derzeit in Bolivien regelmäßig erwerbstätig sein – als Schuhputzer, Lastenträger, Strassenverkäuferinnen – oft bis spät in die Nacht. Ein halbes Jahr lang hat der zehnjährige Omar sein Glück als Schuhputzer in Tarija versucht, dann ist er nach Cochabamba zurückgekommen, um sich hier wieder das Geld für Schulmaterial, Kleidung und etwas Essen zu verdienen. Nie sieht man ihn mit einem traurigen oder ärgerlichen Gesicht. „Dann putze ich dir die Schuhe eben morgen“, sagt er mit dem ihm eigenen Charme, auch wenn er schon zum x-ten Mal eine Abfuhr bekommen hat. Ein Optimist wie der Pressesprecher der Regierung, die zwar jedwede internationale Konvention zum Thema unterschreibt, Omar aber ebensowenig Alternativen anbieten kann wie die meisten privaten sozialen Einrichtungen auch.

Die arbeitenden Kinder kommen aus Familien wie die von Juan Mamani, Bauarbeiter in La Paz. Mit 16 hat er die Schule abgebrochen, um seiner Mutter „zu helfen“, wie es euphemistisch heißt. Heute hat er selbst zwei Kinder. In der Woche verdient er umgerechnet 27 DM, im Monat gut 100 Mark, deutlich unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Und auch nur dann, wenn es Arbeit gibt. Es gibt Wochen, da zählt er keinen Pfennig. Für die Schulmaterialien seiner Kinder bleibt da nichts übrig.

Mario, arbeitsloser Bergarbeiter aus Kami, hofft für seinen Sohn, der es bis zum Abitur geschafft hat, auf ein Medizin-Stipendium der cubanischen Botschaft. Vor der Strukturanpassung und den Massenentlassungen hatte es Mario bis zum Funktionär der bolivianischen Einheitsgewerkschaft COB gebracht – Fortbildungen in Moskau und Folter durch die Militärdiktaturen im eigenen Land inbegriffen. Seine kleine Schwester plagt bis heute das schlechte Gewissen: Für ein paar Bonbons hatte sie ihn an die Soldaten verraten. Die COB liegt darnieder, ohne ihre Machtbasis, und ist politisch zerstritten. Mit einem Job bei einer NRO konnte Mario sich eine Zeit lang über Wasser halten. Doch die Gelder für das Gemeindeforstwirtschaftsprojekt wurden gestrichen. Auch seine Partei, der MIR, hat für Leute wie ihn keinen Platz mehr, zumindest keine Arbeit.

„Als die Bergwerke geschlossen wurden, habe ich geglaubt, es sei gut, dass es ein Ende hat damit, dass wir Bergarbeiter Blut spucken, damit andere gut leben können“, sagt Mario, fügt aber hinzu: „Vielleicht war ich da zu voreilig.“ Die Preise für Wolfram haben wieder angezogen und es gibt neue Möglichkeiten, Quarzkristalle zu vermarkten. Zusammen mit Freunden will er beweisen, dass es möglich ist, im Kollektiv auch in der heutigen Zeit menschenwürdig und konkurrenzfähig zu arbeiten. „Die ganze Familie ist dagegen“, sagt seine Frau, „aber er ist fest entschlossen“. Mario: „Ich weiß, wie gefährlich die Arbeit im Bergwerk ist, aber die meisten Mineros werden krank, weil sie am Essen sparen. Mit einer guten Ernährung und 2000 Dollar Investitionen werden wir ein Modell schaffen, das auch den anderen neue Chancen eröffnet.“ Nur: Woher die Summe für die Investitionen nehmen? Die Bergarbeiterkooperativen sind bis auf wenige Ausnahmen gescheitert. 

Die Gesamt-Kooperative von Kami selbst ist hoch verschuldet. Und während die Regierung an ausländische Investoren, von denen Mario nichts wissen will, großzügig Konzessionen verteilt, müssen die Bergarbeiter Pacht an den Staat zahlen. Die Idee mit dem guten Essen hat Mario von seinem Vater, ebenfalls Bergarbeiter, bekannt für sein Glück und für seine großzügigen Einladungen zu Spanferkel und Schnaps. Der 66-Jährige hat fast alle seiner compadres überlebt, betreut eine Unzahl von Witwen und ist die Seele der Rentnerorganisation von Kami. Die Erhöhung der Mindestrente auf 550 Bolivianos, die die Regierung derzeit anbietet, sind ihnen zu wenig. Und so riskieren die Alten wieder einmal ihre Gesundheit bei einem Marsch auf La Paz. Banzer hat angekündigt, notfalls mit Gewalt zu verhindern, dass die DemonstrantInnen den Regierungssitz erreichen. Doch die Auseinandersetzung ist mehr eine Frage von Gerechtigkeit als die Hoffnung auf eine wirkliche Lösung. Don Macedonio und seine Frau Julia leben vor allem von den Einkünften eines sechs Quadratmeter großen Lebensmittelladens in dem Häuschen in Cochabamba, für das die weitsichtige Doña Julia, lange bevor Macedonio seine Arbeit verlor, Geld beiseite gelegt hatte, statt es wie Macedonio an die Familie und die Nachbarn zu verteilen.
 
Auch Mónica gibt in der letzten Zeit ihr Geld ab, allerdings unfreiwillig. Schon zum dritten Mal ist die bald 23-jährige Mutter zweier Kinder im letzten Jahr bestohlen worden. Auch wenn sie die Diebe kannte, hat sie sie nie angezeigt. Mónica hat selbst lange Zeit auf der Straße und dort vom Klauen gelebt. Später kam Prostitution dazu, bis ihre beste Freundin sich bei einem Touristen, der mehr als andere Kunden zu zahlen bereit war, das AIDS-Virus holte. In einer evangelischen Einrichtung hat Mónica den Drogenentzug geschafft. Doch lange ist sie nirgendwo geblieben. Als ihre zweite Tochter geboren wurde, boten ihr Nonnen Hilfe an, wenn sie die Kinder in Adoption gebe. Sie werde nie gut für sie sorgen können. Heute lebt Mónica in einem zum Glück kostenlosen Zimmer am Rand von Cochabamba. Sie hat gelernt, sich mit 250 Bolivianos Gehalt im Monat zufrieden zu geben, weil es für sie nichts Besseres gibt. In der Woche sind die Kinder in einem Projekt. Am Wochende, wenn Mónica sich mit Wäschewaschen noch etwas Geld hinzuverdient, bleiben sie oft alleine. Ein früherer „Freund“ aus einem Bordell hat ihr angeboten, sie als „Hausangestellte“ nach Spanien zu vermitteln. In einem halben Jahr könne sie die Flugkosten abbezahlen und danach gut verdienen. Die Kinder müsste sie jedoch so lange in einem Heim in Bolivien zurücklassen. Mónica hat abgelehnt. Mit sechs Jahren hat sie selbst ihre Mutter verloren. Jetzt will sie den Teufelskreis unterbrechen.

Mama, wieviel habe ich gekostet?

Andere wie Doña Marcela aus einem Armenviertel von Cochabamba haben entdeckt, dass mit Kindern Geld zu verdienen ist. Zunächst war es eine Notlösung. Die Nachbarin Susana war die Retterin in der Not, als sie anbot, die Kosten für die Entbindung zu übernehmen und gegen eine kleine Entschädigung das Kind, dessen Vater die Mutter verlassen hatte, an eine wohlhabende Familie zu übergeben. Die würden dafür sorgen, dass es dem Kleinen einmal gut gehen würde. Inzwischen wird Doña Marcela auf Bestellung schwanger. Andernorts werden Neugeborene zum Zweck der Adoption – vermutlich auch ins Ausland – aus Krankenhäusern gestohlen, während die Mütter im Waschraum sind, wie eine Studie der NRO Infante in Cochabamba unter dem Titel „Mama, wieviel hast du für mich bezahlt?“ ergeben hat. Kinderhandel ist eine relativ neue Überlebensstrategie in Bolivien, der terre des hommes nun mit einer Kampagne begegnen will. Feuerwehreinsätze derer, die eigentlich angetreten sind, mit der Armut die Ursachen von Kindernot zu bekämpfen.
 
Wie Filiberto, dessen Fall bekannt wurde, weil er unter der Obhut einer kirchlichen NRO ins Krankenhaus eingeliefert wurde, kommen die meisten verkauften Kinder vom Land, wo viele Familien nicht mehr imstande sind, die Kinder zu ernähren. So werden sie oft von den eigenen Eltern, anderen Familienangehörigen oder den Paten, die traditionell eigentlich für ihren Schutz bestimmt sind, in die Städte geschickt, um dort z.B. als Hausangestellte oder in Werkstätten ausgebeutet zu werden.

„Das Einzige, um was mich die Eltern für das Kind gebeten haben, ist, dass ich ihr Kleidung gebe und sie gut behandle“, sagt eine der Arbeitgeberinnen, die die Aufnahme der Bauernkinder oft noch als gute soziale Tat ansehen: „Jeden Morgen steht sie um sieben Uhr auf und erledigt alle Arbeiten bis um sechs Uhr nachmittags. Abends geht sie dann in die Schule.“ Anderswo nicht einmal das: „Sie arbeitet von fünf Uhr morgens bis um elf Uhr nachts, beim Aufräumen und Saubermachen, beim Tellerwaschen und beim Kochen.“ „Ich schlief im Abstellraum“, erzählt eines der gehandelten Mädchen den Mitarbeitern des bolivianischen Kinderschutzbundes DNI, „denn einmal sind von dort Diebe ins Haus eingedrungen. Aus meinem Dorf habe ich mir zwei Felle mitgebracht. Dann hat mir meine Patentante eine Decke geliehen.“

Den pfiffigen Noel aus einem kleinen Weiler im Norden von Potosí traf ich in einer Jugendstrafanstalt in Iquique in Chile. Er war elf, als die Eltern ihm sagten, er sei nun alt genug, um sich seinen Unterhalt selbst zu verdienen. Angesichts der leeren Teller und seiner kleineren Geschwister machte er sich bereitwillig auf den Weg. Zunächst nach Oruro, dann brachte ihn ein Lastwagenfahrer für ein Entgelt über die chilenische Grenze. Einen Monat hütete er fremder Leute Schafe, bis er von der Polizei aufgegriffen wurde. Drei Monate dauerte das Auslieferungsverfahren. Die Kinder geben oft ihre wirklichen Namen und Herkunft nicht an. Zum einen, weil sie zu Hause das gleiche Elend erwartet. Zum anderen hoffen sie, bei nächster Gelegenheit erneut die Grenze zu überschreiten, und sei es nur, um das dort zurückgelassene Radio zu holen.

Auch hier zeigt sich, wie an sich positive Traditionen, die Mitarbeit der Kinder in der Landwirtschaft, sich unter dem Druck wirtschaftlicher Not in den Alptraum einer viel zu frühen Trennung von der Familie, der Gemeinde und der eigenen Kultur verwandeln können. Angesichts dessen erscheinen die in den Straßen von Cochabamba mit ihren Kindern bettelnden Mütter aus dem Norden von Potosí eine positive Alternative. Vor allem zu Weihnachten, wenn in den Dörfern wenig zu tun ist, die StädterInnen aber großzügiger sind, ziehen sie in organisierten Gruppen in die Departementshauptstadt. Vor Kirchentüren oder auf dem Hauptplatz sitzend, nehmen sie oft mehr Geld ein als die Jugendlichen und Männer, die derweil als Lastenträger auf dem Markt schuften. Am Ende wird das Geld gesammelt und gemeinsam, auch für die Daheimgebliebenen, Saatgut gekauft. Eine Überlebensstrategie, die wenig mit dem sprichwörtlichen Bild des „Bettlers auf dem goldenen Thron“ zu tun hat, aber um so nötiger wird, solange die Böden weiter erodieren, die aus dem Gleichgewicht gebrachte Natur fast übergangslos von Trockenheit zu Überschwemmungen wechselt und auch die kulturellen Reichtümer ihr Potenzial nicht entfalten können. 

Verwendete Quellen:
Ausgaben der Tageszeitungen La Razón und Los Tiempos; Capítulo Boliviano de Derechos Humanos (Hrsg.), Los Derechos Humanos de los Migrantes, La Paz 2000; PNUD, Informe de Desarrollo Humano en Bolivia, La Paz 2000; Defensa de Niños Internacional, Tráfico de Niños, Niñas y Adolescentes con fines de explotación laboral en Bolivia, Cochabamba 2001; Infante, „Mamá, ¿cuánto pagaste por mi?“, Cochabamba 2001

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